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Der Investor George Soros hatte schon immer eine glückliche Hand für lukrative Deals. Der legendäre Börsenexperte spekuliert seit Jahrzehnten erfolgreich mit Aktien, Anleihen und Währungen, er sah sogar die jüngste Finanzkrise vorher. Und während manch anderer Investor im Herbst 2008 sein ganzes Vermögen verlor, fuhr der heute 83-Jährige mit seinem Quantum Funds eine Rendite von 32 Prozent ein.
Jetzt wittert Soros wieder ein großes Geschäft – und zwar mit spanischen Immobilien. Sechs Jahre nachdem die Spekulationsblase am iberischen Eigenheimmarkt platzte und die Wirtschaft des Landes tief in die Rezession riss, hat Soros 92 Millionen Euro in das Immobilienunternehmen Hispania investiert.
Der Wall-Street-Guru steht mit seiner Anlageidee nicht allein da. Auch andere angelsächsische Finanzinvestoren wie Apollo, Blackstone, Cerberus, Fortress und Lonestar investieren kräftig in Immobilien südlich der Pyrenäen. Und immer mehr Privatanleger eifern den großen Akteuren im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach. Spanische Ferienapartments, Villen und Fincas sind längst wieder attraktive Investments.
Nachdem die Preise von Häusern und Wohnungen nach Ausbruch der Krise rund vier Jahre gefallen waren, machen sich immer mehr Deutsche, Briten, Niederländer, Österreicher und Skandinavier daran, auf den Balearen, Kanaren oder an den Festlandküsten ihren Traum vom eigenen Heim im Süden zu erfüllen. "Die Ausländer kehren mit Macht an den Markt zurück", sagt ein Sprecher der spanischen Notarkammer.

55.000 Immobilien an ausländische Käufer
Landesweit seien im ersten Quartal letzten Jahres 15.402 Apartments und Villen an Nichtspanier veräußert worden. "Das ist ein Plus von 27,2 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres", vermeldet die Notariatsvereinigung. 2013 hätten Ausländer 55.187 Wohnungen und Häuser erworben 9,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Ibiza bereits ausverkauft
Vermögende aus Deutschland, Großbritannien, Österreich und der Schweiz stürzen sich bereits seit 2013 in jenem Teil des Landes auf Luxusvillen, wo Baugrund knapp und die Nachfrage traditionell hoch ist: auf den Balearen. Das hat die Preise der Anwesen dort bereits wieder merklich in die Höhe getrieben.
Auch auf Mallorca laufe das Geschäft mit Luxusimmobilien rund, sagt David Scheffler, Geschäftsführer eines Regionalbüros in Spanien.
"Wir haben 2013 so viele Premiumobjekte vermittelt wie in keinem der 15 Jahre zuvor, seit wir auf der Insel tätig sind." Die teuerste im vergangenen Jahr vermittelte Immobilie auf dem größten Baleareneiland sei eine Nobelvilla gewesen, die für zehn Millionen Euro den Besitzer gewechselt habe. "Topobjekte im exklusiven Hafendorf Port d'Andratx erzielen wieder Quadratmeterpreise von bis zu 25.000 Euro", sagt Scheffler.
Am günstigsten seien hochwertige Apartments und Villen noch im Süden der Insel, wo die Spitzenpreise derzeit bei rund 6800 Euro pro Quadratmeter lägen. Weitere Preissteigerungen seien zu erwarten, sagt der Geschäftsführer. "Mitunter liefern sich Interessenten regelrechte Bietergefechte, weil sie fürchten, sonst nicht zum Zuge zu kommen."

Günstige Immobilien auf dem Festland
Entspannter ist die Lage für Käufer hingegen an den Festlandküsten. Vor allem Objekte an den südlichen Landesküsten sind bei Käufern aus dem Ausland wieder stark begehrt, vermeldet die Notarkammer.

Vermietung des Zweitwohnsitzes
Dass sich das Interesse der Käufer auf den Süden des Landes konzentriert, überrascht nicht. Die Strände von Alicante an der Costa Blanca bis Jerez de la Frontera an der Costa de la Luz sind die beliebteste Urlaubsregion in Spanien. Käufer haben hier daher die beste Chance, Apartments und Villen über viele Monate im Jahr hinweg vermieten zu können. "Wer seine Ferienimmobilie nicht nur selbst nutzen, sondern auch Mieterträge erzielen will, investiert deshalb in klassische Urlaubsdestinationen", sagt Tobias Wann vom Ferienobjektvermittler HomeAway FeWo-direkt.
Die stark gesunkenen Preise in Spanien locken nun viele deutsche Interessenten an den Markt, die mit der Vermietung ihres Zweitwohnsitzes im Mittelmeerland ihr Einkommen aufbessern wollen. Denn immer mehr Urlauber wollen die kostbarsten Tage des Jahres nicht im Hotel, sondern in einer angemieteten Ferienwohnung oder Villa verbringen – und greifen dafür tiefer in die Tasche.
"823 Euro Miete pro Woche sind Urlauber dieses Jahr im Schnitt bereit, für ein Feriendomizil in der Hauptsaison zu zahlen – das sind zwölf Prozent mehr als 2013", zitiert Wann aus der jüngsten Studie des Vermittlungsunternehmens. In der Nebensaison sei die akzeptierte Durchschnittsmiete gegenüber dem Vorjahr sogar um 19 Prozent auf 685 Euro pro Woche gestiegen.
Wer sein Haus oder seine Wohnung im Süden Spaniens an andere Urlauber vermieten will, kann die derzeit niedrigen Kaufpreise durch die Mieten schnell wieder hereinholen: Das milde Klima lockt Urlauber von März bis November. In Almeria fallen das ganze über Jahr im Schnitt nur 19,6 Zentimeter Niederschlag. Im November können die Temperaturen tagsüber noch über der Marke von 20 Grad liegen. Für Sonnenhungrige ein Paradies.

Quelle: Die Welt